Schüssel

* * *

Schüs|sel ['ʃʏsl̩], die; -, -n:
gewöhnlich tieferes, oben offenes Gefäß, besonders zum Auftragen und Aufbewahren von Speisen:
eine Schüssel aus Porzellan, Plastik; eine Schüssel voll Kartoffelbrei, mit Gemüse; ein Satz Schüsseln.
Syn.: Napf, Schale, Terrine.
Zus.: Glasschüssel, Kompottschüssel, Kristallschüssel, Salatschüssel, Suppenschüssel.

* * *

Schụs|sel
I 〈m. 5 oder f. 21; umg.〉 hastiger, fahriger Mensch
II 〈f. 21; südostdt. u. ostmdt.〉 Schlitterbahn
[Intensivbildung zu Schuss]

* * *

Schụs|sel, der; -s, - [wohl zu Schuss in der Bed. »übereilte, schnelle Bewegung«] (ugs., oft abwertend):
schusseliger Mensch:
pass doch auf, du S.!

* * *

Schụ̈ssel,
 
Wolfgang, österreichischer Politiker, * Wien 7. 6. 1945; Jurist, Mitglied der ÖVP, seit 1979 Abgeordneter im Nationalrat, 1989-95 Wirtschaftsminister; wurde 1995 zum Bundesobmann der ÖVP gewählt. Schüssel war 1995-2000 Vizekanzler und Außenminister (in einer großen Koalition mit der SPÖ unter den Bundeskanzlern F. Vranitzky und V. Klima); in diesem Amt nahm er 1994 entscheidenden Einfluss auf den Beitritt Österreichs zur EU. Außerdem betrieb er (ergebnislos) die Aufgabe der bisherigen Neutralitätspolitik. Nach den Nationalratswahlen vom 3. 10. 1999, durch die die rechtspopulistische FPÖ unter J. Haider, knapp vor der ÖVP, erstmals zweitstärkste Partei wurde, erklärte Schüssel zunächst, mit der ÖVP in die Opposition zu gehen. Nach gescheiterten Verhandlungen mit der SPÖ zur Fortsetzung der »großen Koaltion« (17. 12. 1999-21. 1. 2000) nahm er ohne den offiziellen Auftrag des Bundespräsidenten Gespräche mit der FPÖ zur Regierungsbildung auf. Diese FPÖ-ÖVP-Koalition kam trotz Protesten aus dem In- und Ausland am 3./4. 2. 2000 zustande, sodass Schüssel am 4. 2. als Bundeskanzler vereidigt wurde. Schüssel betonte immer wieder, seine Ausländerpolitik sei bestimmt vom Bekenntnis zu »Toleranz und Offenheit«. Anfang Oktober 2000 erreichte er eine Einigung mit den USA zur Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter.

* * *

1Schụs|sel, der; -s, - [wohl zu ↑Schuss in der Bed. „übereilte, schnelle Bewegung“] (ugs., oft abwertend): schusseliger Mensch: pass doch auf, du S.!; Die (= die Hosen) hat doch wieder dieser S. von Kessler versaubeutelt (Fallada, Mann 92).
————————
2Schụs|sel, die; -, -n: 1. (ugs. selten) schusselige weibliche Person. 2. (landsch.) Schusselbahn.

Universal-Lexikon. 2012.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Schüssel — Schüssel: Wie andere Gefäßbezeichnungen (siehe besonders ↑ Becken, ↑ Kessel, ↑ Pfanne) ist auch »Schüssel« als Fachwort der römischen Küche zu den Germanen gekommen (vgl. hierzu auch das Kapitel zur Sprachgeschichte Römischer Kultureinfluss). Das …   Das Herkunftswörterbuch

  • Schüssel — Sf std. (9. Jh.), mhd. schüzzel(e), ahd. scuzzila, as. skutala Entlehnung. Wie ae. scutel, anord. skutill m. früh entlehnt aus l. scutela Trinkschale , einer Verkleinerung zu l. scutra flache Schüssel .    Ebenso nndl. schotel, nfrz. écuelle. ✎… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Schüssel — Schüssel, 1) rundes od. länglichrundes, mehr od. weniger tiefes Gefäß von Holz, Fayence, Steingut, Porzellan, Zinn, Silber od. Gold, worin Speisen auf den Tisch gebracht werden; so Suppenschüssel, tief u. gewöhnlich rund; Bratenschüssel, flach u …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schüssel — ↑Terrine …   Das große Fremdwörterbuch

  • Schüssel — [[t]ˈʃüs əl[/t]] n. big Wolfgang, born 1945, Austrian political leader: chancellor since 2000 …   From formal English to slang

  • Schüssel — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Auch: • Schale Bsp.: • In einer Holzschale waren Äpfel und Trauben. • Ich hole die Salatschüssel …   Deutsch Wörterbuch

  • Schüssel — 1. A scheni Schissel gibt scheni Scherbe. (Wien.) Schöne Mütter, schöne Kinder. 2. Aus Einer Schüssel können viele satt werden. 3. Aus hölzernen Schüsseln schmeckt das Essen auch. »Auss höltzern Schüsseln das essen schmeckt so wol, das man die… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • Schüssel — Die Schüssel leer finden oder Nur leere Schüsseln finden: nichts mehr vorfinden; keinen Anteil erhalten, eigentlich: zu spät zum Essen kommen, wenn nichts mehr übriggeblieben ist. Vergleiche lateinisch ›Ne bolus quidem relictus‹ (Erasmus, 517);… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Schüssel — Antike, römische Tonschüssel Ein Gefäß, ähnlich einer ausgehöhlten Halbkugel, nennt man Schüssel. Inhaltsverzeichnis 1 Etymologie …   Deutsch Wikipedia

  • Schussel — vergessliche Person * * * Schüs|sel [ ʃʏsl̩], die; , n: gewöhnlich tieferes, oben offenes Gefäß, besonders zum Auftragen und Aufbewahren von Speisen: eine Schüssel aus Porzellan, Plastik; eine Schüssel voll Kartoffelbrei, mit Gemüse; ein Satz… …   Universal-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.